Gestern war ganz Namibia rot, die Vorhersage versprach sehr gutes Wetter mit 1000 km Potential. Um nicht viel Zeit zu verlieren hielten wir das Briefing kurz, wir wollten rechtzeitig in der Luft sein.
Leider hatte es einen Teilnehmer gesundheitlich erwischt, John Heffernan konnte wegen Grippe nicht fliegen. Diese Chance ließ ich mir nicht nehmen seinen Platz einzunehmen und flog so kurzerhand mit Pete Harvey als Champion. Dies kam mir gar nicht so ungelegen, schließlich fliege ich im Jänner bei der WM in Benalla in der Offenen Klasse mit.
Beim morgendlichen Briefing hatte ich zwei Streckenvorschläge gemacht, an die wie sich am Abend herausgestellt hatte nur der Pete und ich gehalten hatten. Wir wollten ein 1000km FAI Dreieck versuchen, mit dem ersten Schenkel nach Osten, dann nach Süden. Den dritten Schenkel quer durch Namibia nach Nordwesten mit 440 km auch der Längste, und dann zurück nach Kiripotib.
Gleich nach dem Start, Pete und ich hatten etwas zugewartet ging es gleich Problemlos in den Osten, der dritte Bart zog schon mit über drei Metern und bald waren wir an der ersten Wende. Guten Linien folgend ging es nach Südosten bis über die unwirtlichen Weiten von Botswana. Es ist schon ein sehr mulmiges Gefühl daran zu denken, im Fall einer Aussenlandung dort unten, höchstwahrscheinlich nicht mehr zurück zu kommen. Die schlimmsten Dinge gehen einem da durch den Kopf. Und ob der Wettermacher unseren Wendepunkt geahnt hat, ein riesiges blaues Loch genau bei unserer Wende, vorsichtig 20 km hinein und wieder heraus schafften wir es dann aber doch problemlos. Dann folgte der längste Schenkel quer durch Namibia gegen den Wind. Vom Zeitplan passte alles, über 140 Schnittgeschwindigkeit standen am Rechner, wenn das Wetter nicht auslässt, ist die Strecke zu schaffen.
Es wurde immer blauer, die Steigwerte ließen nach, wir mussten aber angasen, um es zu schaffen. Es ging gut dahin wir kurbelten eigentlich nur Bärte über drei Meter Steigen aber schließlich mussten wir dann doch, nur noch 80 km vom Ziel, unser Vorhaben abbrechen, die Seebrise hatte eingesetzt und die gesamte Thermik gestoppt. Leider hatte die Vorhersage dies nicht gesehen, wir hätten locker weiter in den Osten gekonnt um das Dreieck dort hin zu legen. Aber so ist es in der Fliegerei und wir flogen entspannt nach Hause. Dass wir die 1000 km nicht vollmachten stört uns beide nicht, der Flug war spannend und schön, Pete und ich hatten einen super Flug. Dass wir damit im OLC auch noch den zweiten Platz gemacht haben, hat uns dann doch ein wenig überrascht.
Ein wenig mehr fliegen sollte ich (Ludwig Starkl) bis zur WM, war schließlich die Meinung meines Champions. Ein wenig mehr Training und ich bin wieder dabei, nach 15 Jahren der Abwesenheit vom Wettbewerb funktionierts offenbar noch immer.
Die anderen Teams flogen schließlich alle in den Osten und erflogen dort ihre km, das beste Wetter war eindeutig dort. Alle flogen über 1000 km, für alle die Trainees war es ihr Erster. Ein kleiner Pechvogel war der Borut Mlakar mit Janusz Centka, ihr Logger zeichnete nicht alles auf. Sie waren aber 1150 km geflogen, ein absoluter Spitzenwert.
Heute sollte es etwas schwächer werden, zuerst blau und dann Wolkenthermik im Osten. Nach dem gestrigen langen Flügen wollten wir es ein wenig kleiner angehen, 600 km für Alle und dies in einer gemeinsamen Aufgabe. So gegen 13:30 Uhr flogen alle Teilnehmer ab, sie wollten die Aufgabe gemeinsam fliegen und wie es sich für Champions gehört, der schnellst wird Sieger sein.